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Ein Bild von einem Schriftsteller

Der Imperativ einer Autoren-Website lautet: Man stelle sich vor. Die peinliche Frage: Welches Bild gibt man ab? Ich möchte gerne mit der Person auf diesem Bild verwechselt werden. Daher die Wahl dieses Fotos.

Triebfeder

Mir liegt das Schreiben im Blut. Wie anderen Leuten das Essen im Magen. Klagte mir einst ein aufstrebender, niedergedrückter Erzähler. Eine unappetitliche Analogie von Schrift und Ferment. Die Person im Bild schreibt, weil man schweigen soll über das, worüber man nicht reden kann. Über das Unsagbare das eine oder andere Wort verlieren (es dadurch zu behalten, und das nicht nur für sich) ist Triebfeder ihrer Autorenschaft.

Die Ewigkeit der Erinnerung

Schreiben zeigt dem Vergessen die Grenzen auf. Die Erinnerung ist selten vergänglich. Lange vor unserer Geburt tut sich Ungeheuerliches und bestimmt, ob wir uns im Krieg oder im Frieden befinden (mit uns und den anderen). So unvergänglich die Erinnerung ist, so unzugänglich ist sie. Sie zu konkretisieren nimmt ihr den Schrecken, aber nicht ihre Wirkung. Wer Zeichen setzt, muß darauf gefaßt sein, ein Chronist des Grauens zu sein.

Mutig ist nur der Ungläubige

Es steht geschrieben heißt: Du sollst glauben! Verfasse nicht Deinen eigenen Reim auf die Zusammenhänge! Ich kann es nicht glauben. Ich halte mich nicht an die Vorschrift. Das bedeutet es, zu schreiben. Wer nur schreibt, aber sich nicht um Leserschaft bemüht, dem fehlt es an Haltung. (In diesem Zusammenhang: trau keiner Rezension. Ob Verriss oder Lob, dahinter steckt immer nur ein Leser. Nimm es Dir trotzdem zu Herzen: denn dahinter steckt immerhin ein Leser.)