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Biografie

Blutig und pleite kam Hannes Oberlindober 1962 zur Welt, in einem verträumten grünen Nest namens Dortmund. Erste Erfahrungen mit dem Medium “Telefon” sammelte er als plärrendes Objekt eines genervten, schnauzbärtigen Fotografen, der den jungen Hannes Oberlindober in einem zu engen Matrosenanzug mit einem roten Plastiktelefon in der Hand und dem knallroten Hörer am Ohr ablichtete, so geschehen in einer “Pixie-Foto-Kabine” im Erdgeschoss eines weitläufigen Horten-Kaufhauses. Derart traumatisiert wuchs sich Hannes Oberlindober zu einem Erstklässler heran, der viel weinte und an den Ohren litt und sich schon früh lieber schriftlich, als mündlich ausdrückte. Nach ersten, episch breiten Schulaufsätzen, die regelmäßig mit “3″ bewertet wurden, weil die Lehrer sie gar nicht lasen oder nur überflogen, sollte es erst mit 22 Jahren zu einer ersten Publikation reichen – in der Depesche eines Schachvereins, dessen erste Mannschaft mit Hannes Oberlindober am vorletzten Brett in der Verbandsklasse vor sich hindümpelte.
Seiner Mitbewohnerin mit dem Tinnitus verdankte Oberlindober den Job, der seinem Leben eine unvermutete Wende gab – 1992 wurde Oberlindober Call Center-Agent und bekam reichlich Gelegenheit, sein Kindheitstrauma immer wieder aufs Neue zu reproduzieren. Sechs Jahre lang befasste sich Oberlindober mit dem Innenleben des Call Centers, mit tausenden von Kunden mit prägnanten passwords wie “Auto” und “Kevin”, mit hochambitionierten Dialogen (”Ihr Stichwort?” “Hamlet!” “Hmhm, ich nehme an Ihr Hund heißt so.” Kunde (fröhlich): “Genau. Woher wissen sie das?” “Erfahrung, langjährige Erfahrung. aber sagen Sie mal, wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, Ihren Hund Hamlet zu nennen?” Kunde: “Och. der Hund von meinem Nachbarn heißt genauso.”)
Um Folgeerscheinungen seiner schizoiden Haltung zur Telekommunikation im allgemeinen und zu Call Centern im besonderen zu kompensieren, veröffentlichte Oberlindober 2001 mit “Die globale Warteschleife” (discorsi-Verlag, Hamburg) ein Buch zum Thema Call Center, das sich auf die Sichtweise der Personengruppen konzentriert, die den Call Center-Dialog gestalten und dafür nie um ihre Meinung gebeten werden – die Agenten und die Kunden.
Der 2007 bei Oktara erscheinende Roman “Das Mandat des Kammerjägers” ist der fünfte Roman von Hannes Oberlindober, aber seit langem der erste, um dessen Publikation er sich bemüht. Die Geschäfte gehen schlecht, Günter Jauch lud ihn nicht ein – also muss er auf diesem Wege Millionär werden (um sich folgendes ganzjährig leisten zu können).

Bouldern, Ben Oni und Buchten